Gaumenspalten-Diagnose

Warum ausgerechnet unser Kind? Was verursacht diese Fehlbildung?

Diese Frage lässt sich leider bis heute noch nicht klar beantworten. Die Forschung vermutet, dass das Erbgut und die Genetik teilweise mitverantwortlich ist. Begründet wird dies mit der Tatsache, dass circa 10 bis 17 Prozent der Spaltbildungen in Familien vorkommen, in denen mindestens ein direkter Angehöriger eine entsprechende Fehlbildung aufweist.

Aber auch andere Faktoren scheinen dafür mitverantwortlich zu sein, wie z. B. Rauchen und Alkoholkonsum der Mutter während der Schwangerschaft, aber auch Vitaminmangel und eine Überdosierung der Vitamine A und E.

Vor allem in den ersten vier bis acht Schwangerschaftswochen beeinflussen diese Faktoren die kindliche Gesichtsentwicklung, wobei aus Sicht der Mediziner in dieser sensiblen Entwicklungsphase des Embryos mehrere ursächliche Faktoren zusammenwirken müssen (multifaktiorelle Genese).

Welche Schwierigkeiten bereiten Gaumenspalten?

Ohne Behandlung schränken Lippen-Kiefer-Gaumenspalten je nach Ausprägung die Fähigkeit zum Essen, Trinken und Sprechen ein. In Extremfällen kann sogar die Atmung und das Hören beeinträchtigt sein.

Mit fortschreitendem Alter sind betroffene Kinder häufig erheblichen psychischen Belastungen ausgesetzt, wie z. B. die Ausgrenzung durch andere Kinder in der Schule und die zahlreichen Arztbesuche und Klinikaufenthalte.

Aus zahnärztlicher Sicht kann es zu Störungen der Zahnentwicklung des Kindes kommen. Immer wieder wurden auch wiederholte Entzündungen im Hals-Nasen-Ohrenbereich festgestellt, wie Mittelohr- oder Nasennebenhöhlenentzündungen. Die Extremfolge können Störungen der Sprachentwicklung (Erschwerung der Lautbildung) oder Schwerhörigkeit sein.

Welche Untersuchungen werden durchgeführt?

Schon vor der Geburt kann ein Frauenarzt bei einer routinemäßigen Ultraschalluntersuchung (ca. in der 20. Schwangerschaftswoche) Fehlbildungen im Gesichtsbereich des Kindes erkennen. Frauen mit familiärer Belastung durch Lippen-Kiefer-Gaumenspalten sollten darüber ihren Frauenarzt unbedingt informieren.

Nach der Geburt empfiehlt sich eine Untersuchung durch einen Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen um den Umfang der Fehlbildung zu bewerten, also ob es sich nur um eine kleine Oberlippenkerbe oder um eine vollständige Lippen-Kiefer-Gaumenspalte handelt.

Der Kinderarzt sollte prüfen, inwieweit weitere innere organische Fehlbildungen vorliegen.