Gaumenspalten-Therapie

Was können wir für Ihr Kind tun?

Kinder mit einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte bedürfen einer speziellen (zahn-)ärztlichen Betreuung.

Ziel der Behandlung ist es, bei dem Kind ein ästhetisch ansprechendes Aussehen und die normalen Funktionen wie Trinken, Atmen, Essen und Sprechen herzustellen. Diese Therapie sollte noch in der Babyphase beginnen und kann bis ins Erwachsenenalter andauern. Dabei erfolgt eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Kinderarzt, HNO-Arzt, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen, Kieferorthopäden und Zahnarzt. Sinnvoll ist bei Bedarf auch die Einbeziehung eines Logopäden und eines Kinderpsychologen.

Die zahnärztliche Therapie

Der Säugling wird in den ersten Tagen nach der Geburt mit einer exakt angepassten Gaumenplatte aus weichem Plastik versorgt, um ihm das Trinken und die Aufnahme weicher Nahrung zu erleichtern. Bis zur späteren Operation können sich so Zunge und Gaumen anpassen und ein fehlerhafter Wuchs wird dadurch verhindert.

In der Folge wird in mehreren Schritten bis zum sechsten Lebensmonat die Lippen-Kiefer-Gaumenspalte operativ verschlossen. Der knöcherne Gaumen wird, je nach Wachstumsentwicklung des Kindes, im Alter von circa 1 bis 1 1/2 Jahren operiert.

Später können weitere Korrekturoperationen und Nachkontrollen notwendig werden, um ein möglichst optimales funktionelles und ästhetisches Ergebnis zu erreichen.

Die Kooperation von Spezialisten schafft heute die Voraussetzung für ein sehr gutes Endergebnis. Wie bei anderen operativen Eingriffen auch, können auch bei Lippen-Kiefer-Gaumenspalten Komplikationen wie z. B. Wundheilungsstörungen, Infektionen oder eine ungewünschte Narbenbildung auftreten. Diese Folgen sind jedoch heute aufgrund der Erfahrung und des medizinischen Fortschritts die Ausnahme.

Bei den betroffenen Kindern kommt es durch anlagebedingte Zahnschmelzveränderungen im Bereich des Kieferspaltes zu einer gesteigerten Kariesanfälligkeit. Zahlfehlstellungen im Oberkiefer erschweren zudem häufig die Zahnreinigung. Eine intensive und nachhaltige Mundhygiene ist Kindern mit Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten von besonderer Bedeutung.

Wir empfehlen als weitergehende Vorsorge die Fluoridprophylaxe. Der Erhalt der Zähne ist existenzielle Voraussetzung für das weitere Kieferwachstum, deshalb sollte mit der Mundhygiene bereits beim Erscheinen der ersten Milchzähne begonnen werden. Eine gesunde und ausgewogene Kindesernährung ist ein weiterer elementarer Faktor, den es zu beachten gilt. Der seitliche obere Schneidezahn steht in einer engen Beziehung zum Kieferspaltbereich und weist deshalb am häufigsten Unregelmäßigkeiten auf. Dieser Zahn kann einerseits überhaupt nicht oder sogar doppelt angelegt sein.

In vielen Fällen bestehen auch Größenabweichungen oder eine veränderte Konsistenz der Zahnhartsubstanz, einhergehend mit einer Veränderung der Zahnfarbe und einer höheren Kariesanfälligkeit. In einigen Fällen kann die Position dieses Zahnes im Zahnbogen verändert sein. Dann werden Zahnarzt und Kieferorthopäde mit den Eltern der betroffenen Kinder die notwendige Behandlung besprechen (z. B. der Zahnaufbau, eine Zahnkrone und die Einstellung in den Zahnbogen mit Hilfe der Kieferorthopädie).

Ist der seitliche Schneidezahn überhaupt nicht angelegt, so kann die moderne Zahnmedizin den Kieferspalt mit Knochsubstanz füllen und nach Stabilisierung der Knochenverhältnisse ein Zahnimplantat einsetzen. Darauf wird dann eine natürlich wirkende Zahnkrone aufgesetzt. Eine Implantation kann jedoch erst nach Abschluss des Kieferwachstums (im Alter von 16-18 Jahren) durchgeführt werden.

Das wichtigste Ziel kann für Sie und Ihr Kind aber in den meisten Fällen erreicht werden, nämlich ein glückliches und weitgehend unbeschwertes Leben zu führen.

Sie haben sicher Fragen zu diesem Thema, dann helfen wir Ihnen gerne weiter.